Kolumne Wochenspiegel vom 25.08.10
Grüne Rad-Artisten
Die FDP ist ohne Wenn und Aber dafür, dass Saarbrücken endlich eine Radfahrer freundlichere Stadt wird. Heute ist sie das absolut nicht. In der Landeshauptstadt Rad zu fahren ist mit erheblichen Risiken für Leib und Leben verbunden. Kein Wunder, dass hier deshalb nur für zwei Prozent aller zurückgelegten Strecken das Rad benutzt wird.
Damit ist Saarbrücken graues Schlusslicht im Vergleich der deutschen Großstädte.
Die FDP ist generell für ein gedeihliches und gleichberechtigtes Nebeneinander von öffentlichem Personennahverkehr, Individualverkehr per Automobil, Rad- fahrern und Fußgängern. Jeder soll, das riet schon der Alte Fritz, nach seiner Fas- son selig werden. Anders das rot-rot-grüne ,,Bündnisfür Saarbrücken“, das im Stadtrat die Mehrheit hat. Es will die ,,ökologische Verkehrswende“. Und das ganz eindeutig zulasten des Automobils.
Dabei ist das Saarland ein Autoland, über 60 000 Arbeitsplätze hängen am Auto. Und die Saarländer lieben es, Auto zu fahren. Für das Rad war lange Zeit Peter Teschner, Abteilungsleiter im Stadtplanungsamt, quasi nebenberuflich mit zu- ständig. Die Grünen haben bei den ,,Koalitionsverhandlungen“durchgeboxt, dass das Thema Fahrrad blödsinnigerweise aus dem Verkehrsdezernat herausgefriemelt und dem grünen Umweltdezernenten Kajo Breuer zugeschlagen wurde. Herr Teschner blieb aber im Stadtplanungsamt. Ein verkehrspolitische Kompetenz- Wirrwarr ohnegleichen.
Nun haben die Grünen die Rad-Zuständigkeit zwar auf dem Papier, aber sie haben keinen Rad-Zuständigen. Also ist nun die Forderung zu hören: Wir brauchen eine ,,angemessene Personalisierung“, sprich eine neue Planstelle für einen Fahrradbe- auftragten im Umweltdezernat. In Zeiten gähnend leerer Kassen mutet das dreist an. Vorschlag: Alles wieder zurück ins Verkehrsdezernat, wo das Thema Rad- fahren hingehört. Und keine zusätzliche Planstelle. Und ihr grünes Marketing sollen die Grünen gefälligst selbst bezahlen.
Ihr
Friedhelm Fiedler