Kolumne Wochenspiegel vom 21.07.10
Für Fahrradfahrer ist Saarbrücken ein Zumutung
Die FDP ist in der städtischen Verkehrspolitik für einen ausgewogenen Mix von Zu-Fuß-Gehen,
öffentlichem Personennahverkehr, Radverkehr sowie motorisiertem Individualverkehr. Mit dieser
Devise haben wir auch den Kommunalwahlkampf geführt – und viel Zustimmung bekommen.
Augenmaß statt Zwangsbeglückung. Dabei ist unbestritten, dass ein höherer Anteil des Radverkehrs
nicht nur die Lebensqualität in einer Stadt verbessert, er ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll. In
Saarbrücken liegt der Fahrradfahrer-Anteil bei rund vier Prozent. Angestrebt wird eine Steigerung auf
10 Prozent. Pläne gibt es zuhauf, wie denn die Radverkehrsinfrastruktur verbessert werden müsste,
wie die innerstädtischen Wohngebiete stringent an die City angebunden werden könnten und wie die
Durchlässigkeit der Innenstadt für das Fahrrad sich verbessern ließe.Auch bei diesem Thema gibt es
ein Umsetzungs- und ein Nachhaltigkeitsproblem.
Das Saarbrücker Radwegenetz ist erschreckend lückenhaft. So mancher Radpfad endet im Zweirad-Nirvana.
Auch ist die Beschilderung miserabel bis gar nicht vorhanden. In Zweifelsfällen fehlen immer wieder Rad-
piktogramme auf dem Boden, die helfen. Und die Bordsteine an vielen Übergängen sind schlicht gefährlich
hoch – vor allem für weniger Geübte. Das sichere Queren von Knotenpunkten istnicht immer gewährleistet.
Es gibt auch kaum sichere und gut gestaltete Abstellmöglichkeiten. Fast wäre aufgrund der katastrophalen
Haushaltslage auch der sinnvolle Großversuch in Saarbrücken gescheitert, als eine von acht Städten bei
,,Innovative öffentliche Fahrradverleihsysteme – neue Mobilität in Großstädten“ mitzumachen.
Quizfrage: Wo wären Steuergelder
Ihr Friedhelm Fiedler